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Essay     RACING GIRL ::: MEIN ERSTES MAL

UND

Die Dorfmesse - Motorrad-Power in der Messe Sindelfingen



Als Missy D dieses Jahr wieder erwartungsvoll zur Motorradmesse Sindelfingen ging, hatte sie einige 

Erwartungen, im folgenden genau diese, die eigentlich (leicht abgewandelt) an jede Messe zu stellen sind:

1. Information über Technische Neuerungen
a) im Segment Kleidung
b) im Segment Fahrzeuge (hier Motorräder)

2. optische Eindrücke von eindrucksvollen Spezial-Umbauten

3. Kontakte knüpfen mit Vertretern aus der Motorradbranche
    mit freundlichen Mitarbeitern der ausstellenden Firmen und
    kleine Werbegeschenke (Aufkleber etc.)

4. besondere Messeangebote mit deutlich niedrigern Preisen als im Handel
    
5. ein anspruchsvolles Rahmenprogramm

6. eine flächendeckende Auslastung der Halle mit Ständen

7. einen im Verhältnis zu anderen Messen mit mehreren Hallen
angemessenen Eintrittspreis

Kommen wir nun zur Abrechnung.

zu 1.
a) Im Segment Kleidung konnte ich keine Neuerungen entdecken.
Im Gegenteil, angeboten wurden Ladenhüter und Kollektionen aus dem Jahr 2005 und dass noch zu gleichen
Preisen wie im Jahr 2005.
Grosser Schreck: der Anbieter auf dem Balkon bot einen Genßler-Motorradhelm (Raptor Iron) für 159,-- Euro
im genieteten Metalllook an. Auf meine Frage, wer denn diesen Helm getestet hat, gab es die Antwort: der hat
noch keinen TüV.....  Es gab nirgendwo einen Hinweis auf die fehlende EC Prüfung.
Auf gut deutsch: wenn's mich damit hinhaut, bin ich eventuell tot, dieser Helm hat nicht mal einen Crashtest
durchlaufen - ganz zu schweigen vom Verlust des Versicherungsschutzes...
Aber der Typ hat einen Stand auf der Motorradmesse  haha.
b) Leider waren in der Halle ganz wenige Motorradmodelle aus dem Jahr 2006 zu besichtigen. Jedoch jede
Menge  (langweilige) serienmässige Gebrauchtmotorräder.

zu 2.
Die in den Jahren zuvor in der Hallenmitte liebevoll aufgebauten Streetfighter-Umbauten und spezielle
Racebike-Umbauten-Ausstellung entfiel völlig.
Statt dessen Stände von Motorradhändlern, die ihre Klamotten vom Vorjahr und ihre Gebrauchtbikes
loswerden wollten.

zu 3.
Leider war es nichts mit den freundlichen Kontakten. Als ich am Stand der Fa. MK Cycle Shop Esslingen
Inhaber: Knauf & Morcher GbR, Ulmer Str. 38/3, 73728 Esslingen
einen Handschuh von Dainese fand, der mir gefiel, lief folgendes ab:
Ich fragte die zwei Damen an der Theke, ob dieser Handschuh auch in meiner Grösse vorrätig wäre. Dies
wurde mit einem Kopfschütteln verneint. Als ich dann fragte, ob Sie mir bitte die Artikelnummer aufschreiben
könnten, geschah das Unfassbare:
Sie rissen mir das Handschuhpaar aus der Hand und antworteten: Das machen wir nicht - wo kämen wir denn
da hin... Ich wurde wie ein Schwerverbrecher, nicht wie ein potentieller Kunde behandelt.
Sie kümmerten sich lieber um ihr Kleinkind, das zwischen den Kleiderständern spielte.
Zumal ihre Zulieferfirma Dainese es sicher nicht gerne sehen würde, dass diese Standdamen eine Bestellung
des Handschuhs meinerseits verhindert haben....
Kurzum: absolut unprofessionell und unfreundlich
Note 6, Leute meidet diesen Laden.
Leider gab es auch sonst nichts zu verschenken. An keinem Stand erhielten wir Aufkleber oder interessante
Prospekte von Neufahrzeugen 2006.
Nicht mal das sonst übliche aktuelle PS-Heft im Wert von Euro  3,30 wurde am Eingang verteilt.
Was die Motorpresse Stuttgart wohl für Gründe hat, an dieser Messe nicht mehr teilzunehmen?

Zu 4.
Bei besonders preisgünstigen Messeangeboten im Sektor Kleidung wurde ich nicht fündig.
Statt dessen: ich fragte bei einer Arlen Ness Racing Hose aus der Kollektion 2005 nach dem Messepreis.
Auf dem Schild standen 269,-- Euro. Die Antwort: ja so 10 Euro könnten wir noch runtergehen. Haha ha.
Bei der Fa. Suzuki Hiller sah ich doch tatsächlich den gleichen AGV Helm (REPLICA GOORBERGH)
wieder - und zwar genau zum gleichen Preis und in der gleichen Grösse wie letztes Jahr. Das sieht doch
schwer nach Ladenhüter aus.
Und zu den Kombis bei einem Stand im unteren Bereich der Halle: dort hingen u.a. die tupfengleichen
Schwabenleder-Kombis aus den 80er Jahren, (im 80er-Design, Farben lila, rosa, mint etc.) wie im letzten Jahr
und das zum selben Preis.

zu 5.
Die Hula-Hupp Mädels auf der Bühne konnten mich auch nicht über das restliche Magerangebot
hinwegtrösten - zumal ich ja nicht das klassische männliche Publikum bin...
Hier wären mir ein paar Wheelies oder Stunts lieber gewesen. Oder auch eine gute Rockband.
  
zu 6.
Man konnte kaum übersehen, dass die Messe Sindelfingen Schwierigkeiten hat, die Halle auszulasten. Auf
dem oberen Balustradenrundgang zeigten sich grosse Lücken, die dilettantisch mit Schildern aufgefüllt
wurden. Weiterhin konnte man nicht einfach die ganze Runde machen, sondern wurde gezwungen durch die  
"Imbiss-Halle" durchzulaufen, mit dem Erfolg, dass man den restlichen Tag nach üblem Pommesfett roch...
Wenn die Messe Sindelfingen nicht genug Interessenten für Stände in dieser einen Winzhalle hat - warum
veranstaltet sie dennoch weiterhin diese Witzmesse?

zu 7.
Kommen wir zum letzten Ärgerniss. 8 Euro Eintritt für eine nicht ganz gefüllte Halle und das bisschen was zu
sehen war!  Zum Vergleich: die Motorrad Messe in Sinsheim kostet mit 5 Hallen 9 Euro.
Eindeutig zu viel, wie sich aus den Schilderungen von 1.-6. ergibt - zumal 8 Euro ohne PS-Heft eben genau 8
Euro bleiben....

Das Fazit:
eine aufgewärmte Messe auf der Schnäppchen und Edelbikes fehlten - und für's Auge gab es auch

sonst nichts (nicht mal im Publikum ;-)
Also, machts wie ich - spart euch die Enttäuschung nächstes Jahr und boykottiert diese unprofessionelle
Dorfmesse.

RACING GIRL ::: Mein erstes Mal



mmh nein ich berichte hier jetzt nicht über das übliche erste Mal, ihr wisst schon Sex und so was, nein ich erzähl Euch von meinem ersten Mal als Knieschleifergirl.

Das fing ziemlich bescheiden mit der Hawk 688 GT auf dem Anneau de Rhin mit Speer Racing an. Mein erstes Mal Rennstrecke und mein erstes Mal Instruktor. Man sah der gut aus, einer der schneidigen zum-anbeissen-gutaussehend-und-schnell-typen. Da war klar, dass Missy D recht schnell auffiel durch ihre extreme Schräglage, und das obwohl sie von allen Trainées das langsamste (aber schönste  ;-)) Moped hatte...

Später folgten weitere Renntrainings mit Rehm Racing, die zu der Zeit keine Gruppeneinteilung nach Können bzw. Geschwindigkeit auf der Strecke hatten (Most, Rijeka, Brünn). Zuerst mit der Hawk, später dann mit der VTR wagte ich mich ohne viel nachzudenken unter die Profis und Lizenzfahrer, die da für die Rennen probten. Ich fuhr immer streng nach der Devise: schau nie nach hinten (da könnte ja mein Schatten fahren hihi) und fahr immer deine Linie. Da ich als Einsteiger die Ideallinie nur so vom Hören-Sagen kannte, fuhr ich auch keinem gross im Weg rum - sonst hätte ich sicher davon gehört.

Statt dessen genoss ich es mitten drin bei den Schnellen zu fahren und liebte es wenn sie hauchnah kaum einen cm vor mir in atemberaubender Geschwindigkeit sich in die Kurve reinfallen liessen und ihr Knie auf dem rauhen Asphalt kratzte. Da hab ich schon ganz genau hingeschaut - und viel gelernt.

Mein größter Triumph folgte dann in Cartagena, beim Wintertraining in Spanien. Ich fuhr mit einer optimierten getunten VTR von Kunusch & Wallner doch tatsächlich auf einen der vordersten Plätze beim Rennen der Frauen. Das war ein geiles Gefühl, hab sogar einen Pokal und eine Flasche Billigfusel dafür ergattert...

Da war ich dann schwer infiziert - aber ein Gefühl fehlte noch in meiner Adrenalin-Kick-Sammlung: das Gefühl das Knie am Boden zu haben. Und das trotz optimaler Schräglage und Hanging off!!!

Gleich im März zu Saisonbeginn schnappte ich mir Le Motard, der ja bekanntlich ständig mit dem Knie am Boden neben seinem Moped rumturnt und bat um Übungsstunden. Da die Duc noch im Winterschlaf war, nahmen wir die Hawk und ab ans Schopflocher Kurvenparadies. Eine Kurven-Kombi fuhren wir immer wieder hin und her. Der Motard mal vor mir, mal hinter mir - es klappte aber trotzdem nicht. Es fehlten sagenumwobene 3 cm, die mein Knie vom Boden entfernt war. und das obwohl fast die Raste aufsetzte - grrrrr-das-nervt-grrrr

Weitere Touren und Sonntag-morgen-vier-stunden-Rennen folgten mit der Duc 900 SS - mit schönem harmonischen Hanging-off-Stil, der mir, ganz nebenbei erwähnt, viele Komplimente der Jungs einbrachte. Aber immer noch kein Knie am Boden.

Dann, auf der Anfahrt zu einer Vogesen Tour, fühlte ich mich schon morgens wie die Königin auf meinem gelben Teil und kündigte an der Tankstelle an: heute gehe ich mit dem linken Knie runter. Alle schauten mich an. Weiss nicht genau, was sie gedacht haben. Keine 10 Minuten später, im berühmten Wolfachtal gelang es mir dann: ich hängte mich raus und als nix streifte hängte ich mich neben mein Moped - und siehe da:
G E H T    D O C H   ! ! ! ! ! !  na also,  warum nicht gleich.

Es war mit eins der geilsten Gefühle und ich will es nicht mehr missen - klar dass ich jetzt auch unbedingt mal wieder auf die Rennstrecke will, zumal ich mir sonen kleinen Racer nur für diesen Zweck (Laaks Yamaha FZR 600, reines Rennmoped) zugelegt habe...