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GEDANKEN ZUR GESCHWINDIGKEIT ::: MOTO - SURF - PAINTING
Missy D schlägt im Lexikon nach - und befreit ihre Speed-Assoziationen....
MOTO (racing)
schraeglage in kurven. landstrasse oder rennstrecke... auf letzterer hast du nach ein paar runden das gefuehl den horizont gibt’s nur noch in schief. du befindest dich fast permanent in schraeglage und bewegst dich harmonisch unter einsatz des ganzen koerpers (hanging off) links, rechts und wieder links und kommst in den flow. geht es dazu noch auf und ab, wie z.b. auf dem pannonia ring, ungarn, ist der kick perfekt. dort so schnell es irgend geht zu fahren, bedeutet vor den kurven spaeter bremsen, aus den kurven frueher beschleunigen. du versuchst an dein persoenliches limit zu gehen. die anderen, die mit dir auf der strecke sind, versuchen das gleiche und es kann sein, dass ploetzlich von hinten einer angeschossen kommt und ganz knapp vor deinem vorderrad einlenkt: dann weißt du, dass du zu langsam bist.du musst immer in deiner spur bleiben und sauber deine linie fahren. die ideallinie kriegst du irgendwann nach vielen runden raus. dann wenn du anfaengst die kurven besser zu kennen.äuft es gut hast du auf der start/ziel geraden 210 und bremst vor der ersten engen rechtskurve auf 40 runter... (auf den paar metern kurz davor versteht sich) das flair der rennstrecke. boxengasse oder transporter - alle wie im fiber. bis zur letzten sekunde wird an den kisten geschraubt, die reifenwaermer werden aufgezogen, vorfreude, anspannung und hoechste konzentration beherrschen die szene. der motor muss auf die strecke abgestimmt werden, die richtigen reifen ausgewaehlt werden. da hilft ein thermometer und ein blick in den himmel. das benzin wird auf den liter genau eingefuellt - jedes zuviel an gewicht bedeutet geschwindigkeitsverlust.
frauen sind nach wie vor eine minderheit in diesem metier. aber es gibt sie und sie fahren gut! das muessen sie auch, um ueberhaupt akzeptiert zu werden. der rennsport war und ist eine maennerdomaine.
SURF (auf der Welle)
am spot angekommen achtest du vor allem auf eines: wie bricht die welle (langezogen und stueck fuer stueck ist optimal), wie hoch sind die wellen, in welchen sets kommen sie an? wieviele surfer sind draussen am spot, wo gehen sie rein bzw. wie?die erregung ergreift dich, denn du wirst gleich reingehen. sexwax auf's brett, wärmst dich auf und machst die leash ans bein (links = goofy, rechts = natural), paddelst raus. die ersten weissen wellenbrecher... jetzt duckdive, du drueckst die schnauze deines bretts runter und streckst dein bein nach oben. geschafft? oder wieder 10 m weiter hinten?
letztendlich kaempfst du mit der materie aber du bist auch eins mit ihr. dann draussen am spot. du siehst den peak. wird er sich zu deiner welle entwickeln? ja, das riesige maul reisst vor dir auf, jetzt gibst du gas, paddelst wie wahnsinnig in die gleiche richtung wie die welle, damit sie dich leichter mitnimmt. dann auf einmal kommt voll der flash von hinten. du kriegst voll speed und es geht steil bergab. entweder bist du jetzt schon oben oder du wartest bis du unten bist und springst dann auf. uebrigens eine der schwierigsten sachen, was das timing angeht. tja und dann ... der koenner macht ein paar snaps ... i
ch fahr einfach schraeg an der welle entlang und geniesse das gefuehl auf dem wasser zu sein, im wasser zu sein, und ich bin schnell.
PAINT (art work)
was hat malen mit geschwindigkeit zu tun? du stehtst vor der leinwand, du hast einen plan im kopf. er muss schnell aufs papier. rasend richtest zu deine farben hin, acryl, farbpulver, weisse farbe, lumpen und pinsel.das dauert viel zu lang. dann faengst du an - hast die ganze zeit eine vision vor augen - die muss raus und sie hat keine zeit.
du malst wie besessen, zwei stunden drei stunden, keine ahnung. irgendwann bist du dir ganz sicher dass du fertig bist. und du bist total erschoepft.
du hast deine schleusen geoeffnet und den strom von innen nach aussen gelassen. und das ist anstrengend. du hast in dieser zeit weder gedacht noch gefuehlt. du warst ein werkzeug deiner seele.
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