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Essay LEITPLANKENGIRL ::: Das Kleine Schwarze
Essay ZIGZAG ::: Benzin, mein werden in 4, 5 Sätzen
Essay Mr. S ::: The Thrill (Briefwechsel mit Missy D)
und
Essay von Mr. S ::: Das fahrende und flatternde Volk
Mr S über Wheelie fahren am Point G, seine feuchten Träume und die daraus resultierenden Allmachtsfantasien.
Gleich mal vorneweg: Ich kann’s nicht. Wheeliefahren. Ich fahre seit Anno Domini und krieg's einfach nicht hin. Kaum lupft sich mal das Vorderrad, rennen alle kleinen Testosteronchen in meinem Gehirn los und suchen den großen roten Kopf mit der Aufschrift „Lass den Scheiß.“
Stoppies gehen. Keine Ahnung warum. Ein Experte im motorisierten Zweirad Stuntmetier hat mir mal gesagt, dass die Wahrscheinlichkeit beim Stoppie auf der Fresse zu landen, ungleich höher ist als beim Pferdchen in die Höh. Nicht das ich Stoppies perfekt beherrsche, ich trau es mir einfach zu. Wenn auch erst nach mehrfachem heruntersurren einer Mental-Zen-Buddhistischen-Vorbereitungs-Formel: ‚Das klappt, das klappt, das klappt. Uhhhhhhh. Das hat geklappt.’
Wheelies, Stoppies, Burnouts, Donuts. Finde ich alles richtig nett. Genauso nett, wie jemanden zu sehen, der die Schaukurve, welche es auch sein mag, so richtig schön fürs Fotoalbum nimmt. Das Knie am Boden ist dabei nur das Tüpfelchen auf dem i. Es muss, für mich, einfach richtig aussehen. Vollkommen unspektakulär und easy-ich-bin-gerade-shoppen-mässig. Die Kiste mit Getöse im ersten oder zweiten Gang in die Kurve reingewürgt und Hauptsache mit irgendwas Bodenkontakt finden, sieht dann eher nach Magermilch mit niedrigen Cholesterinwerten aus. Will man eigentlich nicht auf seinem Tisch sehen. Mag aber durchaus sein, dass manch anderer gerade dies als ‚den’ Cocktail ansieht, wenn man denn noch einen guten Schlag Eierlikör reinschüttet.
Als sogenannter Sportfahrer, in zunehmenden Alter gesegnet mit den typisch deutschen Sicherheitmerkmalen und Warnschildern im Kopf, die da wären: immer korrekte Schutzkleidung und obiger großer roter Knopf, habe aber auch ich noch Träume.
Einmal mit der dicksten und am fettesten gedragten Harley am Point G vorfahren. Unter einem 280er Schlappen und einer AA-Distanz (Arsch-Asphalt) von 14 cm geht dabei nichts. Dazu eine eigens von mir entworfene Lackierung, die mich für alle Zeit unter die Top 10 der Macho-Drecksack-Liste der „Woman on Wheels“ bringt - und Missy D steht an der Leitplanke und muss kotzen. Wegen der Lackierung? Nein, das würde sie verstehen. Nicht aber, wie ich so tief sitzen und fallen konnte. Auf EINE Harley.
Mein zweiter Traum: Bewaffnet mit Braincap, T-Shirt, flatternder Cargohose, Knee-Slider Strap-Ons* und der neuesten Kilo-Gixxer reisse ich mitten im schönsten Sonntag-Vormittag-Point G-Publikumsverkehr einen gnadenlosen 90 Grad Wheelie runter. Am Ende der Strecke lasse ich die Kiste sanft vor der Schaukurve runter, mache einen 180er Donut und stelle meine, natürlich ebenfalls wunderschön lackierte, Gixxer ab. Und warte – auf die Tsunami des Hasses und der Bewunderung die über mich einschlägt. Was ein Spaß!
Ahhhh! Ich höre Sie schon rufen. Du elender Hund, Egomane, Narziss. Wie kann man das nur tun. Du hättest jemanden überfahren können. Ein Kind, ein Reh, ein süsses wuscheliges Kaninchen mit Knopfaugen. Du bist ja total bescheuert, bist eine arme Seele auf der Suche nach Bestätigung und Liebe. Dein Schwanz ist so... hey, hey – Moment mal. Im Traum darf ich so bescheuert sein wie ICH will. Da hat mir gefälligst keiner reinzureden.
Im Traum darf ich meine Hände heben, euch mein smartestes Lächeln schenken, mich auf meine Gixxer setzen und euch die Show und das Gesprächsthema der nächsten fünf Jahre bieten. Live und kostenlos. Ich reisse jedes Kunststückchen runter welches ihr sehen wollt. Irgendwann werdet ihr alle beiseite getreten sein, das obere und untere Ende der Straße dicht gemacht haben, unbeindruckt von dem Hupkonzert der Autofahrer, und mich spielen lassen. Ihr werdet das Kind, das Reh, das Kaninchen vergessen haben, werdet eure Kehlen heiser schreien und den Duft von verbrannten Gummi wie die letzte Zigarette vor dem Nikotinpflaster inhalieren. Ich bin der Zauberer und ihr seid mein Publikum, mein Lebenselexier.
Ein Psychologe würde an dieser Stelle auf Allmachtsfantasien deuten. Nun ja, solange ich mir kein Stummelbärtchen anklebe, einen riesigen Globus durch die gegend kicke und abgehackte Sätze durch die Luft spucke... Ich kann damit leben.
Auch einen Traum muss man bis zum Ende hin durchdenken. Und zum Ende hin betreten immer die grün/weissen Boyscouts die Bühne. Im Gegensatz zu einem Shakespeare bin ich mir über den Schluss nie ganz im klaren. Hängt von meiner REM**-Form ab. Gas auf und Flucht durch die Reihen in die Niederlande à la Kowalski? Oder doch eher Steve McQueen in „Gesprengte Ketten“ und warten auf die Handschellen. Hm, ich darf dabei den Baseball nicht vergessen.
Ihr aber werdet die Straße wieder freigeben und zurückbleiben. Mit euren Gedanken über Sicherheit, Wagemut und Blödheit des Einzelnen. Der Zauber wird gebrochen sein und ihr wünscht mich zum Teufel, an einen hübschen warmen Platz im Kittchen oder alles Beste auf der Flucht ins gelobte Land.
Ok, Steven. Das ist ja alles ganz nett und träum von uns aus was du willst. Die Realität sind nun mal anders aus.
Stimmt. Die Realität ist, dass manche Fahrer gerne Wheelies reissen und Kunststückchen machen. Realität ist, dass viele von denen im Schwarzwald kein Land sehen würden, so wie wir großen Helden Kreise um sie fahren würden. Realität ist der Mad Sunday vor dem Ace-Cafe in London. Realität sind die Amateur-Stunt-Shows, die einem im Abendprogramm der TT und in Daytona geboten werden und die ausnahmsweise nichts mit einem Eimer Wasser und einem T-Shirt zu tun haben. Realität war und sind vielleicht noch die nächtlichen Streifzüge der französchen Szene in den Vororten von Paris. Realität ist, dass irgendwo in St. Peterburg mehr auf dem Hinterrad gefahren wird als sonst wo auf der Welt. Realität ist, dass eine Masse von Motorradfahrer, darunter viele junge, eine Menge Freude daran haben, sich auf und nicht über ihr Moped zu präsentieren. Realität ist, dass diese Freude an uns irgendwie vorbei geht.
Sich präsentieren. Vor Publikum auftreten. Das riecht doch schon nach Kübelböck und Konsorten. Billige und fahrende Gesellen in flatternden Kostümen. Eklige Angeberei und Selbstdarstellung. ‚Geschieht ihm ganz recht, wenn er auf die Schnauze fällt.’ Und doch sind wir die Ersten, die es hören und sehen wollen. Die Geschichte darum all den Armen zu spät gekommenen erzählen, die nicht dabei gewesen sind. Erzählen, wie der blöde Zirkus-Clown am Boden lag. Ein Clown, der träumte ein Pfeiffer oder Ribeiro zu sein.
Doch ist es nicht die Aufgabe eines Clowns zu träumen und nach den Sternen zu greifen? Unfähig sie je zu erreichen und uns gierigem Publikum doch immer wieder Willens zu sein? Die, die wir nie daran denken würden, danach zu greifen.
Was ist der Point G, wie jeder Treffpunkt, anderes als eine Bühne mit Publikum? Jedes Publikum, hat die Schauspieler, die es verdient. Wenn wir, das Publikum, schon mit den faulen Tomaten und Eiern in der Hand darauf warten, unsere Kritik zu untermauern, bekommen wir auch die Kunst zu sehen, die wir verdienen. Schlechte Performance und eitle Gecken, die sich ängstlich nach vollbrachter Tat von dannen schleichen.
Warten wir aber mit angehaltenem Atem, halten uns zurück, so kann uns der eine vielleicht überraschen. Wir sehen einen kurzen, sekundenlangen Tanz, der uns sprachlos werden lässt und ein fettes Grinsen auf unser Anlitz zaubert. Wow, das war gut!
Und ihr, ihr Schauspieler in flatternenden Gewändern fahrendes Volk. So talentfrei und doch mit der Nase und Sonnenbrille extra cool, mehr als weltmeisterlich über den Wolken schwebend. Ihr seid weder reif noch geübt. Eure Schwerter glitzern prall und doch sind sie nichts weiter als billiger Tand in euren Händen. Ihr glaubt mit prahlerisch offener Gashand ein Königreich zu erobern und verteidigt doch nur den kleinen dreckigen, stinkenden Sumpf in dem ihr steht. Danach umarmt ihr euch gar noch als hättet ihr einen Drachen erschlagen. Liegt dieser derweil doch nur gelangweilt in der Sonne und sucht nach obigen faulen Eiern.
Um uns aller Willen: geht üben und lasst euch eure Nasen an schattigen, einsamen Parkplätzen blutig schlagen. Wenn ihr es denn endlich könnt, kommt wieder und entzückt uns.
Ich werde der erste sein, der das Kind, das Reh, das Kaninchen und Frau Sonnet*** an die Hand nimmt und ihnen leise zuflüstert: „Rennt jetzt nicht über die Straße. Ihr müsst kurz warten. Aber es wird sich lohnen. Bestimmt. Ihr bekommt gleich was ganz Tolles zu sehen.“
Ich verbleibe mit besten Wünschen und Knie am Boden in der Schaukurve.
Euer Mr S
* Knee-Slider Strap-Ons: Stoff-Manschetten, die man sich über die Jeans drüber zieht um daran Knieschleifer zu befestigen Gibt es tatsächlich. Ist in Deutschland aber nicht gerade der Renner ;-)
** REM: Rapid Eye Movement. Die Phase im Schlaf, in der man träumt. Erkennbar an den schnellen Bewegungen der Augäpfel unter den geschlossenen Lidern.
*** Frau Sonnet: Die Seele des Point G und des Hotel Glemseck. Führt auch die berühmte Schwarze Liste
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ESSAY von ZIGZAG ::: Benzin - mein werden in 4, 5 Sätzen

„Hast Du Angst?“ Mein Vater schaut zu mir rüber. Ich versuche auf dem Beifahrersitz des mit 180 bei erlaubten 70 über die Bundesstraße fliegenden Nissan Bluebird Kombi nicht allzu verkrampft auszusehen und bringe ein nicht ganz ehrliches „Nöhö, wieso?“ heraus.
Alter Heizer, sei froh daß Mutter nicht hier sitzt, aber du stehst ja drauf, sie quietschen zu lassen, immer lauter und schriller, bis du in deiner unendlichen Güte auf das Überholen des letzten Wagens der Kolonne, die dich schon seit dem Ortsausgangsschild genervt hat und an der du nun zu deiner inneren Befriedigung mit heulendem Motor (und aufheulender Mutter) im dritten, dann vierten Gang vorbeiprescht, auf die Bremse tippst, kurz am Lenkrad reißt und das Leben deiner Familie verschonst, nicht an dem Kieskipper enden läßt, der gerade entgegenkommend aus der Kurve da vorne auftaucht, einscherst, wohlwissend, daß du den Typen mit seinem Cabrio, der erst meinte den Verkehr und dich behindern zu müssen und nun, dich im Rückspiegel auftauchen sehend, links ganz außen, sich seiner Pferdestärken erinnert (einiger, zumindest) und sein Tempo so erhöht hat, daß es vielleicht so gerade nur gereicht hätte (oder?), ihn hinter der Kurve auf dem kurzen Stück in den nächsten Ort rein vor der Blitze locker zu verblasen (inklusive der nächsten Sireneneinlage vom Nebensitz).
Wieviele Karren hattest du noch mal besessen in deinem Leben? 10? Und 8 davon sind eines nicht natürlichen Todes gestorben (ok, das ist Ansichtssache)? Alter Heizer!
Und ich bin dein Sohn und heute verstehe ich dich. Nichts pißt einen Sportcoupéfahrer so sehr an, wie von einem Kombi überholt zu werden (jaja, und der Job und der Streß, die Familie, und das Haus mit den Raten und der Frust muß auch mal raus, aber dafür hattest du doch den Alk oder?).
Mein erstes Motorrad hatte 27 PS, 400 ccm, Honda CB und da war es wieder, als der Typ auf der CBR 600 erst auf dem ersten längeren Geradeausbergabstück an mir vorbeizischte - bergauf immer dran war, aber nicht vorbeikam. Typ, wo immer du bist, mach dir nichts draus, ich hab unten angehalten und erst mal ausgezittert.
Sind Tacho 160 bergab liegend mit sausenden Ohren Speed? Ja, wenn’s reicht, um die Guzzi mit 3x soviel Hubraum doch noch vor der Kurve zu packen und mit stempelndem Hinterrad anzubremsen. Ich hab den Rohrlenker verkehrt herum in die Böcke gesetzt und nach unten gedreht. Wenden am Anschlag ging nicht mehr ohne Beule im Tank, dafür gab's obenraus 3-4 km/h mehr. Auf der Studi-WG-Ausfahrt in Bielefeld NRW zur Broker Mühle bei GT (Mittwochs Treffpunkt für „Biker“ in OstWestfalen-Lippe) mit XT 600 2KF, VFR RC36 und ich auf der CB brüllt mich der XT-„Kumpel", kaum dass er den Helm runter hat, an: „Alter du fährst viel zu aggressiv!“ Ich mache wohl alles richtig, denn VFR-Wolle zuckt auf meinen fragenden Blick hin nur kurz mit den Schultern.
Ich spür' die Gier – (die Gier?) – nach Tempo in mir! Tom Cruise sprach mir aus der Seele, oder eher AUF die Seele. Ja. Genau. Das spüre ich in mir. Gier nach Tempo.
Ausfahrt mit „Der Onkel“ (Suzuki RGV 250, Doohan-ARAI, Lederkombi mit Knieschleifern), Schwenni (Suzuki Bandit 1200 in vollem BOS-Ornat mit Alienlampenmaske, Lederkombi mit Knieschleifern) und ich immer noch mit CB 400.
Kollegiales Anblasen, wir arbeiten alle in der gleichen Moppedzubehörfilialistenfiliale (Studium läuft so nebenher, Freundin auch). Ich der „Älteste“, schon über Mitte 20, tue alles um primus interpares zu bleiben, und tatsächlich: nachdem der Onkel am Anfang noch den Kühler abgeklebt hat („bei dem Tempo kommt sie einfach nicht auf Betriebstemperatur, Mann“) klopft er mir zur Verabschiedung auf die Schulter und sagt mit Blick auf die angeschliffenen Fußrasten der CB: „Mann hätte nie gedacht das man 27 PS so fliegen lassen kann!“ Schwenni war noch schlecht vom Stoppieversuch des Onkels. An und für sich kein Grund dafür, außer man fährt gerade mit 130 hinterher, so in 2 Meter Abstand. Gruß an die Jungs von der „Todeskurve“ (Glemseck hier bei uns in OWL).
Intermezzo: beim Versuch, häuslich zu werden, den Moppedjob zu schmeißen und meiner irrtümlich Angebeteten hinterherzuziehen und evtl. das Familiending mit Karriere (als Diplompädagoge?????) und so zu unternehmen, greift ein weiser Greis ein.
Auf der letzten Tour gen Norden fahre ich wider alle Vernunft StVO-konform und treffe mit dem letzten bißchen Glück des Tages den Kotflügel statt der Dachkante seines Opels. Flugrolle, Prellungen, Totalschaden an der CB. Die wahrscheinlich letzte gute Tat im Leben dieses Mannes wie ich heute weiß.
Denn in den nächsten 2 Jahren hängt mir das Nichtmotorradfahren, das Einen-auf-Beziehungsretter-machen, das Moppeds-nur-Probefahren-dürfen (Harry, danke für dein Vertrauen („schmeißt du sie hin, bezahlst du halt einfach“), die Duc hat einen anderen Menschen aus mir gemacht, einen mit Willen, einen mit ICH-WILL-EINE-916-WILLEN!) - so dermaßen aus dem Hals, ich schmeiß am Ende einfach alles hin, Studium, Frau, Stolz (das was noch übrig war).
Ich kehre zurück, Nullpunkt, der Aushilfsjob wird zur Festanstellung, eine CB 400 kreuzt für 100 € meinen Weg und bleibt, ich werde einen Cafe-Racer draus machen. Aber zum Motorradfahren will ich mehr. Mehr Leistung! Mehr Speed! Sparen ist kein Problem, ich hab gelernt mit nichts auszukommen und noch was überzubehalten. Gebrauchte Honda VFR RC36 von ´91, unter 50.000km auf der Uhr, 2500€, per Finanzierung über 5 Jahre kein Problem.
Jetzt kann´s weitergehen! (Mit nem Sporttourer von ´91? 240 Kg, 100 PS, nix einstellbar, achdumeinegüte!)
Anderer Lack (schwarz sei die Farbe deines Motorrades und schwarz allein), Luffi auf, Soziusabdeckung dran, Hauptständer ab, Rasten hinten weg, (die einzig Anzubetende, die in mein Leben trat nach meiner Rückkehr, fährt nicht gern mit, läßt mich ansonsten aber machen), Auspuff so hoch wie möglich hängen. Und bloß nicht versuchen, sich mit anderen zu messen. Lone Rider. Auf der TT starten sie ja auch einzeln im 10-sec.-Abstand.
In die moderne Reifentechnik einarbeiten, ahja, tatsächlich, es macht also was aus, welchen Reifen man aufzieht. Ich gewöhne mich an das Fahren über 160, Aufstellmoment und die zu breite Sitzbank und laufe zu alter Form auf.
Aber es kratzt keine Raste, es schleift kein Knie. Fetter Streifen an der Kante hinten und vorne. Der Chef auf dem Sicherheitstraining (ein Hoch auf die Genossenschaft) sagt „hier, so siehts aus, wenn mit genügend Reserve gefahren wird auf der Landstraße“. Autsch.
Ab in den Harz, Ma-Tse mit der Big One (er hat hier den größten) vorneweg, er kennt sich aus, zeigt mir den Harz, aber nicht, was geht. Klar, wer will schon als Student seine 8000-Euro- Karre wegwerfen? Das Terrain scheint mir das richtige zu sein, aber obwohl wir nach 7 Stunden 500+ Kilometer gemacht haben, denke ich, das hätte auch schneller sein können. (Alter, bleib cool, ich versteh das.)
Einige werden jetzt vielleicht argwöhnen „der ist ja echt ein Lahmarsch, hat ja noch nie Ärger mit den Männern des Kardinals gehabt“. Dazu folgendes: ich fahre da wo nicht kontrolliert wird (da macht´s eh am meisten Spaß) und vor allem nicht, WENN kontrolliert wird, also Sonn- und Feiertags, wenn doch, dann sehr früh oder spät.
Davon abgesehen hab ich immer Schwein.
1.) innerorts mit achtzig vor Bullenblitze Kolonne in Kurve mit 80 überholt (damals noch CB 400), 6 Monate kein TÜV mehr, ein Motobulle winkt mich raus, verpaßt mir ´nen Einlauf („was soll ich denn jetzt machen? Mannmann, direkt vor den Augen der Kollegen, da muß ich jetzt ´ne Anzeige schreiben, so ne scheiße!“)
2.) seit ´98 Führerschein 1A aber nie umschreiben lassen auf 1 und schon 15 Monate mit der VFR unterwegs. Weserberglandrunde, auf dem eiligen Rückweg in Hameln Kontrolle an einer Tanke, ich hab nur meine EC-Karte dabei, sie lassen mich weiterfahren, ich hatte noch 35 Minuten Zeit bis Bielefeld, hab´s in 20 geschafft.
Die Anzeige wegen Fahrens ohne Führerschein wurde fallengelassen nachdem ich äußerste Unkenntnis und uneingeschränkte Dummheit in Zusammenhang mit Kopien meines niegelnagelneuen umgeschriebenen Führerscheins eingereicht hatte. Fuck´em.
Es fließt durch meine Venen – es schläft in meinen Tränen – es läuft mir aus den Ohren – Herz und Nieren sind Motoren. Hymne an die Flüssigkeit die mich aus den Kurven katapultiert. Selbstzweifel. Bin ich es nicht wert? Keinen Tropfen? Poser?
„JR“ Riegsinger schrieb einst: „das gut durchwärmte Fahren auf Landstraßen [ist] die Essenz des Motorradfahrens.“ (MO, Heft 4/98, Seite 8). Mach ich doch. Was fehlt?
Nürburgring, die Nordschleife soll es richten. Morgens um halb sechs los, Überland in die Eifel, um 12 bin ich da, ein Tankrucksack mit Kartenfach hat tatsächlich eine Daseinsberechtigung, doch ich habe keinen. Noch 2 Stunden, es ist der Donnerstag vor dem Formel1-GP, es ist voll, ich kenne die Strecke nur vom DVD gucken. Ok, erst mal ne Besichtigungsrunde. Eng hier. Mann sind die alle schnell. Sogar der dänische Kombi mit den Kids drin. Gleich die 2te Runde hinterher, am Schwedenkreuz springt die VFR, Fuchsröhre voll, und wo gings jetzt noch mal lang? Nach 4 Runden weiß ich, dass ich wiederkomme und dass ich mal wieder überirdisches Schwein hatte. Ich Lusche.
Tour nach Bremerhaven, Fischereihafenrennen. 2 Anfänger auf 34PS-Einsteigermaschienen, 2 Reiseenduros mit entsprechendem Personal, „Der Captain“ auf Suzuki SV 1000 und ich. Auf der Hinfahrt blitzt ES auf. Der Captain will wissen was geht (die SV ist kaum eingefahren), wir schalten und beschleunigen es aus. Windschatten. Seit 6 Jahren das erste mal Windschatten. Bei 200 ziehe ich raus und neben ihn. Herz und Nieren sind Motoren. Ich schreie in meinen Helm. Aber wir sind ja als Gruppe unterwegs und ich kenne den Weg, mache den Guide. 10 km weiter, Ampel, links ab, noch 2 km bis zur „Westpoint“-Tanke. Captain wieder neben mir, außen. Er grinst, klappt das Visier zu, grün, Gas. Den Rechtsbogen erreicht er als erster, aus dem Windschatten ziehe ich außen an ihm vorbei, den Arsch soweit neben der Bank wie nie zuvor. An der Tanke grinsen wir um die Wette. Später knallt er hinter einem kopfschüttelnden Koffer-durch-die-Gegend-Fahrer her, der halt einen etwas höheren Reiseschnitt hatte als unsere gebremste Truppe. Ich will erst hinterher, aber halt, ich bin ja der Guide.
Auf der Rückfahrt besorgen wir es uns anständig, die anderen kennen den Weg ja jetzt. Ein Knoten platzt.
ES schläft in meinen Tränen, doch der Typ in meinem Rückspiegel weckt es, läßt es lodern.
In der aktuellen MO steht „sehr originell, kreativ und unterhaltsam“ über speeding.de unter der Überschrift „Surftipp für Raser“. Ich schaue nach und finde mich wieder, ein Ort, wo man nichts sagen braucht, nur verstehend nicken.
Die Flamme brennt und gebrauchte GSX-Rs sind nicht mehr sooo teuer.
Zigzag, im Juni 2006
ESSAY von Mr. S ::: THE THRILL (Briefwechsel mit Missy D)
nach dem Missy D mal wieder abgestiegen war, gab ihr der weise Mann ein paar Ratschläge:
Meine ehrliche Meinung dazu ist: Du riskierst zu viel und du fährst über deinen Möglichkeiten (noch). ein Fahrer mit 15 Jahren Erfahrung auf dem Buckel hätte normalerweise in beiden Situationen einen Notausgang gefunden oder den Braten schon im Ansatz gerochen.
oder es war wirklich nur einfach - Pech. Ich definiere Pech mal so: ein wirklicher Weltklasse-Fahrer, der sich nach einem Rennen auf einen Cruiser setzt, die Hofausfahrt rausfährt und von einem betrunkenen Autofahrer über den Haufen gefahren wird. Chancenlos. Aber selbst in dieser Situation könnte man sich die Frage stellen: war er einfach nicht mit dem kopf dabei? sicher ein etwas extremes beispiel :-)
Du kommst mir wie ein Kampfsportler vor, der zwar die erweiterten Techniken beherrscht, diese aber noch nicht verinnerlicht hat. Du gehst mit einer dir selbst eingeredeten Sicherheit auf die Strasse im Glauben, dass du es beherrscht. Tust du nicht. Hart gesagt. Du bist schnell, hast für dich aber keine Reserven mehr. Deine Diva hatte sicher noch einiges zu bieten. Der Bordstein ist schon seit Jahren dort. Du nur für ein paar Sekunden.
Wo war dein Knie? am Boden? Ist deine Verkleidung über den Asphalt geschrammt? Waren nicht doch noch ein paar Grad bis ground zero übrig? War deine Hand an der Kupplung und hat diese gezogen?
Soll ich dir sagen was passiert ist? Du bist in die Kurve rein, hast diese falsch eingeschätzt, wolltest die Geschwindigkeit verringen und dabei den heftigen Aufstellmoment deiner Diva unterschätzt. Der Bordstein kam immer näher und deine Augen haben sich auf den Einschlagpunkt fixiert. Anstatt in der Ferne den Ausgang zu nehmen. the rabbit-effect. Deine Ist-Analyse im Eingang der Kurve war schon falsch und die Zeit, die du auf diese verschwendet hast, hat deiner Diva das Genick gebrochen. Dein Kopf ist einfach noch nicht schnell genug um nur zu reagieren. plus - minus. was kann ich tun? schon vermasselt.
ok, vielleicht war alles auch anders. der hase kam auf die strasse, du musstest ausweichen, hast deine diva am extremsten schräglagenlimit bewegt und doch ist dir der raum ausgegangen. dann war es pech und das nicht einsehen wollen, dass auf der strasse andere regeln herrschen als auf der rennstrecke.
keine angst zu haben ist dabei mit sicherheit die falsche einstellung. keine angst bedeutet, ich kümmere mich nicht darum was passiert und was passieren kann. es geht hierbei nicht um die schreckgeweiteten augen: AHHH! die strasse ist aus, sondern um das wissen darum, dass genau dies passieren kann und man sich mental darauf vorbereitet. wie jeder wirklich gute sportler, egal ob er nun bowlt, eisläuft, judokat oder ein mopped am limit bewegt, dass wissen um die grenzsituation (du brauchst diesen strike, dieser tulep muss passen, mein gegner hat mich im würgegriff) und das abschalten der angst in genau diesem moment. 100prozent stress, 100prozent adrenalin plus angst kann nicht gut gehen.
du selbst bist nicht angstfrei. nur du beschäftigst dich mit ihr zu spät. dann wenn diese als bordstein in deine augen schaut, nett lächelt und dir sagt: mädel, du bist am arsch.
gehe also bei gelegenheit in dich (mal wieder *g*) und stell dir vor du rast das nagoldtal entlang. du kommst mit ca. 180 (von wildbad kommend) auf das Mäuerle zu. du bist in Schräglage bei ca. 140. easy. ein bisserl Reserve. dahinter kommt freie Strasse und du hast keinen Gegenverkehr aufgrund der Fahrbahntrennung. wunderschön. du kannst eine menge riskieren obwohl du nichts siehst. also reisst du am Scheitelpunkt den Hahn auf.
mach die Augen zu und stell es dir vor *smile*
mach die Augen auf:
und dann ist da dieser Trecker, der eine Ladung Holz zum nächsten Feldweg zieht. Tempo 20.
Du bist so gut wie tot. Die Angst lähmt Dich. Niemals ist dir so etwas passiert und jetzt ist es zu spät dich darauf einzustellen.
Wenn du wirklich Phantasie hast, müsste dein Pulsschlag jetzt bei 180 sein und ein Gefühl wie -ich muss jetzt auf der Stelle kotzen- in deinem Magen herrschen. Welcome Fear - gotcha - R.I.P.
In Reallife passiert jetzt eine Menge, wenn du nicht gerade mit Kotzen und Sterben beschäftigt bist. Deine Augen suchen die Lücke. der Trecker interessiert nicht. Du stellst deine Diva auf, profimässig sogar indem du anbremst. Du zirkelst das Vorderrad 10 cm am Grünstreifen entlang und legst sie gleich darauf so tief wie möglich. Ok - du brauchst ne Menge Glück, aber gehört dies nicht den mutigen (Definition mutig: ein Mensch der seine Angst überwindet - diese also kennt). Und es ist ein Spiel mit der Phantasie. Hier gewinnst du immer.
2 km weiter fährst du in den Parkplatz und übergibst dich. Welcome Fear - too late asshole. try better next time.
so - Grundkurs Autogenes Training für Streetracer I beendet. Ich hoffe es hat Spass gemacht *double fat g*
ESSAY vom LEITPLANKENGIRL ::: Das neue kleine Schwarze.
Der zweitschönste Tag im Leben einer Frau :-) Unser Leitplankengirl holt ihre brandneue Z ab. Auch wenn Hollywood etwas anderes behauptet: An solchen Tagen muß NICHT immer die Sonne scheinen. Warum auch? Mit dem kleinen Schwarzen ist Frau jeden Tag gut angezogen - erst recht an einem Freitag den 13ten.
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Freitag, der 13TE
Der Tag fängt eigentlich recht gut an. Für einen Freitag den 13ten. Ich gehe zum Landratsamt und melde meine neue Z 750 an. Bekomme anstandslos ein kleines Nummernschild. Also ein �normales� kleines, kein Kuchenblech. Freudestrahlend verlasse ich das Amt und trete ins Freie - und was ist??? REGEN. Wie war das mit dem Datum? So ein Mist, denke ich mir. Hab meine ZR7S am Vorabend so schön geputzt und gewienert. Gemeinheit. Aber mir bleibt nix anderes übrig, ich muss zur Arbeit. Komme dort natürlich richtig schön nass an, weil ich zu faul war, den Regenkombi (der hübsch trocken in meinem Rucksack liegt) anzuziehen. Wie das Moped aussieht, brauch ich ja nicht erwähnen.
Ich parke an meinem Parkplatz, und stelle mit Entsetzen tagsüber fest (ich schaue stündlich zu meinem Moped!), dass genau daneben ein Kran aufgestellt wird. Oh je, das bedeutet nichts Gutes, denke ich so in mich hinein. Ich mache das Fenster auf und rufe noch einem der Bauarbeiter zu, ob ich es wegstellen soll. Die Antwort: �Nein, Moped stört nicht�. Hätte es nicht in Strömen geregnet, hätte ich es trotzdem weggestellt. Mit meinen Arbeitsklamotten, dem kurzen Schwarzen (oder war es blau und doch nicht so kurz?) und den High-Heels wollte ich dann aber auch nicht runter rennen und hier einen auf Ladylike machen.
Ich warte also den ganzen Tag auf schönes Wetter - das leider nicht kommt. Es regnet und regnet. Ich sitze wie auf Kohlen - will doch endlich mein neues schwarzes Gefährt abholen. Aber es wird einfach nicht schöner. Ich arbeite die Mittagspause durch, um früher auf dem Sprung zu sein; aber es bringt mir alles nix, es regnet weiter und weiter. Dann endlich, den Tränen schon mehr als nahe, um 15.45 Uhr kommt endlich der lang ersehnte eine Sonnen-strahl heraus. Juhu denke ich, mache den Computer aus, packe meine Sachen, geh zum Parkplatz und was sticht mir direkt ins Auge???? Ein ekeliger dicker dunkler Macken am Bürzele. Ahhhh! Mensch, das darf doch nicht wahr sein. Diese blöden Bauarbeiter! Hab�s die ganze Zeit gewusst. Ich versuche dieses Etwas mit dem Nagel wegzukratzen, geht aber nicht weg. Logisch. Naja, kann ich nix mehr ändern. Ist halt so. Ich steige auf und ab geht�s nach Ludwigsburg zu Kawasaki-Lorenz. Die Autobahn ist dicht und ich muss auch noch Umwege in Kauf nehmen. War ja klar. Wenigstens die Straßen sind trocken und schlussendlich gelange ich dann doch zu Lorenz.
Da sehe ich sie dann endlich zum ersten Mal. Meine neue Kawasaki Z 750! Sie steht da - enorm, wuchtig, blitzblank, neu, glänzend, schwarz und wunderschön. Nur auf mich wartend!! Whow. Heißes Ding - so mein erster Gedanke.
Natürlich hab ich die Maschine gleich tieferlegen lassen. Da der liebe Gott wollte, dass ich unter die Zwerge gehe, hab ich ziemliche Probleme damit, mit den Füßen auf den Boden zu kommen. Deshalb muss ich immer mit "High-Heels" fahren. Hab auch gleich das Heck ändern lassen bezüglich der Nummerschildhalterung und kleine Blinker sind ebenfalls dran.
Nachdem der Papierkram und die Einweisung erledigt ist, verabschiede ich mich mit einem sehr weinenden Auge von meiner bisher heißgeliebten blauen ZR7S, mit der ich immerhin 38.000 km in nicht ganz zwei Jahren gefahren bin (allein dieses Jahr schon wieder 15.000 km) und düse mit meiner neuen Z davon. Ab auf die Autobahn. Will ja so schnell wie möglich ans Glemseck. Mit 120 Sachen, darauf achtend, nicht die mir erlaubten 6000 Umdrehungen zu überschreiten, fahr ich so vor mich her und dabei fällt mir der enorme Gegenwind auf. Brutal. Mich schüttelt es hin und her. Versteh das echt nicht. Irgendwann kommt mir schließlich die Erleuchtung, dass ich ja gar kein Windschild mehr vorne dran habe. Also nix Gegenwind. Ist einfach nur das fehlende Windschild.
Am Glemseck angekommen (inzwi-schen ist es 17.30 Uhr) stelle ich fest, dass ich dort ganz alleine bin. Und wem bitteschön soll ich jetzt meine neues tolles Moped zeigen? Blöd. Klar, das nächste Gewitter steht ja wieder bevor und die Weicheier kommen da nicht aus ihren Löchern, solange Regenwolken am Himmel hängen. Ich also ebenfalls nix wie nach Hause. Gerade angekommen fängt es, Überraschung, Überraschung, endlich wieder mal zu Regnen an. Echt gemein. Wäre so gerne noch rumgefahren. Nun stehen auf meinem Tacho gerade mal schlappe 30 Kilometer. Nicht gerade viel für einen Neubeginn.
Ich cheque das Moped in der Garage ab, öffne das Heck und stelle fest, dass mein Stauraum auch schon mal größer war. Naja, Schminkkoffer hat keinen Platz mehr. Witzle (ich und Schmink-koffer, haha). Foto, Sonnenbrille, Landkarte und Klebeband, das inzwischen sehr oft seinen Dienst erwiesen hat (Grüße an Mr. S. ;-) ), passen wenigstens noch rein. Ich versuche dann mit leichter Verzweifelung, die Abdeckung wieder zu schließen. Hätte mir wohl vorher erklären lassen sollen, wie das funktioniert; jep, hätte ich echt tun sollen. So nach 15 Minuten hab ich es dann doch endlich geschafft. Enorme Leistung. Ich nehme mir aber vor, es nicht mehr alleine zu versuchen. Werde mir am Glemseck fachmännische Hilfe zu Rate ziehen. Das war also mein Freitag, der 13te.
Samstag, der 14TE
Ein sehr trauriger Tag. Es regnet ohne Ende. Kann mein neues Moped nicht einfahren.
Sonntag, der 15TE
Ich wache auf und was sehe ich??? Nasse Straßen. Das darf nicht wahr sein. Ich schmeisse mich wieder ins Bett und schmolle. Eine Stunde später ist dann doch endlich meine lang ersehnte Sonne zusehen! Ich nix wie ab auf mein neues tolles Moped. Mein erster Weg führt natürlich ans Glemseck. Wohin auch sonst!! Dort treffe ich mich mit meinen Kumpels, die gleich herbeigestürmt kommen und mir gratulieren. Es rührt mich sehr. Alle finden mein neues Moped schön. Da passiert es! Missy D tatscht mein Heck an und ich sehe ihre fünf Fingerabdrücke!! Sie stechen voll heraus!!! Der erste Schmutz auf meinem sauberen Moped!!!! Ich SCHREIE!!!!! Mach natürlich gleich mit meinem Halstuch die Tapser weg. Blöd, ich weiß, aber das muss einfach sei.
Nachdem Lila endlich kommt, geht die Einfahrtour los. Lila ist heute mal der Führer, da der sonstige Roadkaptain leider etwas unpässlich ist (nochmals schöne Grüße an Mr. S. *lächeln*). Sehr schade. Hätte ihn gerne beim Einfahren dabei gehabt. Natürlich geht die Tour in unseren geliebten Schwarzwald. Aber zuerst fahren wir das Würmtal. Gleich eine ziemlich kurvenreiche Strecke. Unterwegs halten wir an einer Tanke an. Und was machen meine tollen Kumpels? Sie tatschen überall an meinem Moped rum. Je mehr ich schreie, um so mehr wird getatscht. Nachdem auch Joe seinen Handabdruck mitten auf meinem Tank verewigt, geb� ich auf. Komm ja mit Fettflecken wegwischen nicht mehr hinterher. Großes Gelächter. Kumpels...
Ich fahre also meine neue Maschine ein. Sie fährt sich gigantisch. Die Kurvenlage ist 1 a, keinerlei Wackelei mehr. Von unten raus toller Power. Ich fühle mich echt super. Der Sound vom Auspuff ist auch ganz ok. Bin die ganze Zeit nur am Grinsen.
Wir fahren ziemlich kurvenreiche Strecken (was vom Schwarzwald ja auch nicht anders zu erwarten ist) und ich merke, dass ich mich immer besser in die Kurven reinhängen kann. Nach 300 km hab ich dann festgestellt, dass noch 5 mm bis zur Kante fehlen. Whow. Dafür habe ich bei meiner ZR7S ein Jahr gebraucht!!! Als wir dann nach einer Fahrt von 360 km wieder am Glems angekommen sind, bin ich mehr als zufrieden. Mir tut zwar die Hand weh vom ewigen Schalten, hab mich heute ja echt zu Tode geschaltet, aber das muss ja sein beim Einfahren. Die ersten 300 km bin ich zwischen 4000 und 6000 Umdrehungen gefahren, danach hab ich schon mal bis 8000 hochgedreht. Das war echt super. Da kommt noch voll der Schub. 110 PS gegen 76 ist schon ein großer Unterschied. Für mich zumindest.
Einmal hab ich 160 Sachen drauf gehabt. Dabei hat es mir schier den Kopf abgerissen. So ein Druck kommt von vorne her. Wird Zeit, dass ich das Windschild bekomme. Dann werden wir mal sehen, wie gut das Moped damit dann läuft.
Montag, der 16TE
Mache heute meinen Inspektionstermin aus für Donnerstag. Habe vor, heute und morgen noch jeweils 200-250 km zu fahren, damit ich dann ab Donnerstag endlich Vollgas geben kann. Aber gegen Mittag, wie kann es auch anders sein, regnet es endlich mal wieder. Somit wäre das Thema Inspektion für Donnerstag gelaufen. Wer hat denn eigentlich dieses Jahr das ewige Regenwetter bestellt??? Hab den Termin nun auf Dienstag in einer Woche verlegen lassen in der Hoffnung, am Wochenende die restlichen Kilometer draufzubekommen. Sollte es denn wieder einmal zu Regnen aufhören.
Ich bereue den Tausch der Motorräder nicht. Auch wenn mir meine alte sehr gut gefallen hat, so sehr macht mir die neue Maschine Spaß. Handlich, nicht wackelig in den Kurven und die Schulter tut mir auch nicht mehr weh. Ich habe bei dieser Maschine einfach eine bessere Sitzhaltung.
Ich freue mich schon sehr auf die nächsten Touren mit meinen Kumpels in den Schwarzwald.
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