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Design Yahmaha R 6 ::: Flockanleitung Step by Step von Englishman Pete
Fahrbericht Triumph 675 ::: Missy D geht englisch fremd
Suzuki GSX-R 1000 ::: Leitplankengirl testet neue Kilo-Gixxer

Mit 299 Sachen über die Autobahn ::: High-Speed-Testbericht by Leitplankengirl
Also wenn noch einmal einer behauptet, 180
PS braucht kein Mensch, dann muss ich dem deutlichst widersprechen….
Klar, man braucht das nicht, aber es ist schön, es zu haben…..
Samstag
vor 8 Tagen bin ich in den Genuss gekommen, eine Suzuki GSX R 1000
fahren zu dürfen. Mein Freund war so lieb und lieh mir seine Maschine,
da meine GSX R 750 noch beim Händler zum Verkauf stand. Tommy selbst
musste leider Gottes eine Duc 1098 mit 160 PS fahren. Naja, gibt
Schlimmeres….
Was macht man (Frau), wenn man eine 1000er fahren darf? Man fährt natürlich auf die Autobahn.
Also
machen wir uns auf den Weg, Samstag 18.00 Uhr, A 8, Leonberg Richtung
Wendlingen. Zuerst fahren wir natürlich vorschriftsmäßig, 120 km/h, was
erlaubt ist. Sind ja keine Verkehrsrowdies…..Dann kommt die
BOSCH-Brücke, nach dieser Brücke kommt das lang ersehnte Schild „120“
durchgestrichen. Da heißt es:
„jetzt oder nie“ Gas, Gas, Gas….…..ab auf die linke Spur,
Blinker rein, Fernlicht rein, runterschalten in den 3. Gang und ab…
zuerst spüre ich nur, wie ich auf dem Rücken ausgepeitscht werde.
Autsch. Mein Zopfgummi, den ich mal richtig fest geknotet hat-te,
knallt ganz schön auf den Rücken. Aber egal. Ignorieren.
Ich
fahre den 3. Gang bis 200 Sachen, schalte dann in den 4. Gang. Diesen
dreh ich bis 250. Ich glaub’s kaum. 250 Sachen. Wie geil. Aber es kommt
noch besser. Ich schalte in den 5. Gang und fahre bis der Tacho 280
anzeigt (den Kopf ganz weit runtergebeugt) und denke, da geht noch
mehr. Man braucht ihn zwar nicht, aber wenn er schon da ist, nehm ich
halt den 6. Gang auch noch. Also in den 6. Gang schalten. Auf
dem Tacho steht 299. Ich flipp fast aus. Ich hab nur einen Gedanken:
WAHNSINN!!!!!! Wie wahnsinnig ist diese Geschwindigkeit. Das ist der
Hammer, es gibt kein Wort für dieses Gefühl…. das ist kein Adrenalin,
nein, das ist was anders, Unbeschreibliches…. Alles schießt nur an mir vorbei, die weißen Streifen in der Mitte sind auf einmal durchgezogene Linien…..
Ich
sehe mit Entsetzen ein Auto (bei der Geschwindigkeit erkennt man die
Marke nicht wirklich), das wohl gleich auf die linke Spur zieht und
bremse die Höllengeschwindigkeit ab. Ich denke, ich werde jetzt wohl
sterben und es wird sehr weh tun….. Doch es geht Dank meiner
Schutzengel und meinem Kreuz, das ich immer bei mir führe, gut aus, ich
bremse auf 160 Sachen runter und der Daimler zieht rüber…. Arschloch….
Seckel…. Depp….. Als er wieder verschwindet, geht meine rechte Hand
wieder mit mir durch :-)))))
Nebenbei
fällt mir noch auf, dass mein Rücken nicht mehr ausgepeitscht wird.
Nachher stelle ich fest, dass sich mein Haargummi verabschiedet hat.
Wir
fahren bei der Ausfahrt Wendlingen raus. Ich hätte große Lust, mich zu
übergeben…. so einen Druck habe ich im Magen. Mir ist kotzschlecht. Ich
denke, Puschel hinten drauf geht es nicht besser (seine Schieflage
spricht Bände)…. ich weiß nicht, wer bleicher ist - er oder ich….. doch
ich habe gar keine Zeit, darüber nachzudenken, ob ich nun in den Helm
spucke oder nicht, denn Tommy hält gar nicht erst an, sondern fährt
gleich wieder auf die Autobahn darauf, die gleiche Strecke zurück. Ok. Dann wird halt nicht gekotzt, vielleicht später.
Was ist eigentlich mit dem Reifenabrieb? Ab 150 km reißt man doch das Profil runter…. Scheiß egal.
Mit
Vollgas geht’s zurück. Die Autobahn ist schön leer, also auf die linke
Seite, Blinker rein, Fernlicht rein, die Gänge ausmerzen, bis der
Schaltblitz einsetzt und einfach nur Gas geben und Spaß haben. Mein
Gott, was für ein irre Gefühl. 299 Sachen. Vielleicht hab ich ja auch
mehr drauf, 300 oder 310…. Vom Drehzahlmesser her ist das gut möglich,
nur die Vorschriften erlauben das nicht. Bei 299 ist Schluss, so die
neue Selbstbeschränkung der Hersteller bei der Tachoanzeige.
Wohlgemerkt, der Anzeige.
Das ist einfach nur der Wahnsinn…. ein kleiner Fehler und Du bist tot….. Nebenbei zerreist es mir fast mein Trommelfell, so laut heult der Wind an meinen Ohren…..
Am
Glemsi angekommen hab ich so was von weiche Knie, kann kaum stehen vor
Aufregung….. Tommy sieht mich an und sagt, ich soll mal in den Spiegel
schauen. Oh weia. Hey, wisst Ihr, wie lange Haare aussehen, die bei 299
Sachen verzwirbelt wurden? Also ich glaube, da hilft nur noch die
Schere. Die bekomm ich ja in 1000 Jahren nicht mehr durch…… (aber dank
der guten Kurpackungen heutzutage kein Problem).
Nach
nem leckeren Kaffee geht’s dann nach Hause, aber zuerst an die Tanke.
Also der Spaß hat seinen Preis gehabt. Ich habe 10 l. Sprit für die
paar Kilometer gebraucht. Aber das war mir der Spaß wert. Ehrlich…. ich
freue mich schon aufs nächste Mal….. Gruss vom Leitplankengirl
Fahrbericht Triumph 675 ::: Missy D geht englisch fremd
Ich sehe das tornadorote Ding und
verliebe mich sofort, noch bevor ich aufgestiegen bin. Grösste Sorge:
komm ich bei 1,68 Körpergrösse auch mit den Füssen runter? Also nix wie
drauf, mit Lady Star GX Stiefeln kein Problem, ich kann beide Beine
bequem abstellen.
Nächster Punkt: Sitzposition
- wie lange halte ich das durch in meinem Alter. Also ab den
Hochschwarzwald. Nach 900 km in 3 Tagen kann ich mich nicht mehr
trennen von der KISTE. ICH MUSS SIE HABEN.
Nach den 3 Tagen
spürte ich zwar meine Handgelenke, aber noch durchaus im Bereich
dessen, was man für ein Sportbike in Kauf nimmt. Grösste Überraschung: Es fährt sich wie ein Fahrrad. Federleicht lässt sich das Ding in die Kurven schmeissen. Natürlich
ne Umstellung zur Ducati 900 SS i.e., wenn ich mich volle Kanne neben
den Sitz hänge, wackelt Sie ein bisschen, schliesslich wiegt mein
Tornado nur 170 kg. Aber wann muss ich schon wie auf Schienen fahren?
Im Schwarzwald ist Topspeed mit Hanging off eh nicht in so vielen
Kurven drin. Dafür macht sie aber bereitwillig die kleinen Strässchen
und Kehren mit und den einzig deutschen Pass, den KANDEL. Der übrigens
mal wieder einen neuen Belag vertragen könnte. Grüsse an die
Strassenbaumeisterei in Freiburg.
Und der Sound. Leute der Sound.
Erst dachte ich an das dunkle schöne Duc-Grollen kommt sowieso nix
dran. Aber ich muss zugeben: dieser 3-Zylinder-Sound in der
Underseat-Anlage hat was. In jeder Lage schreit der Motor unter mir
auf, aber nicht so nähmaschinen-mässig wie beim Japaner, nein in einer
ganz angenehmen sonoren Tonlage. Wenn man vom Gas weggeht, wirds noch
etwas dunkler.
Aber auf die Idee kommt man auf dem Tornado gar nicht erst, Gas geben wird zur erneuten Sucht, ein Muss in jeder Drehzahl, denn mit 123 PS geht hier in jeder Lage richtig was voran. Genial. Endlich überholt mich niemand mehr auf der Geraden zwischen den Kurven. HIHI. Das Fahrwerk ist von Haus aus wie auf Missy D abgestimmt, hinten etwas härter wie vorne. Sportlich halt, wie es sein muss. Von Werk aus ist der Pirelli Dragon Supercorsa Pro montiert, der im PS 2005 Testsieger war. Und der Reifen hält was er verspricht, klebt wie ne 1 am Boden. Allerdings muss er erst warm gefahren werden. Aber das wünscht sich ja auch der Motor meines neuen roten Devils. Also kein Problem, Regen sollte man aber mit dem Gummi trotzdem meiden, dafür ist er einfach nicht gedacht. Auch auf die Autobahn sollte man nicht zu lange, da rubbelts ihn in der Mitte gnadenlos runter.
Auch der Rest ist triumphal: gepflegtes übersichtliches Digi-Cockpit, analoger Drehzahlmesser mit schönstem blauem LED Schaltblitz
FAZIT:
sieht genauso gut aus wie eine Duc, fällt auf wie eine Duc fährt aber besser wie eine Duc (dafür werden mich die Ducati-Riders hassen ;-)
Für diese Kiste Triumph Daytona 675 trennt sich Missy D von ihrem gelben Juwel, der Duc 900 SS i.e.
Zum Glück ging diese in italienische Hände, der spricht ja dann ihre
Sprache. Aber grosse Tränen musste ich nicht lange nachweinen, denn der
rote Blitz von Missy D fährt ganz vorne mit in der MySpeeding Crew und
kann optisch locker mit dem legendären DucDesign mithalten.
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Das Moped von English Man Pete :::Flockanleitung by himself

Vorwort:
In
der folgenden kurzen Anleitung wird erklärt, wie man ein schönes und
voll funktionsfähiges Motorrad zu Schrott fährt. - Und schließlich, wie
die Auferstehung aus der Asche in ein Bike im Stil der 70er Jahre von
ungeübten Händen auszuführen ist.
Wenn einem die notwendigen
Spezialwerkzeuge fehlen, sollte man nicht versuchen, sich diese um 2
Uhr morgens von der lokalen Motorradwerkstatt mit Hilfe eines
Bolzenschneiders zu beschaffen. Dort gibt es höchstens einen großen
Hund, - und den braucht man nicht.
1 Der Hinschmiss:
Diese
Stufe kann unter Umständen ausgelassen werden, ist aber nicht zu
empfehlen. Der Umbau eines Motorrades gehört nicht zu den Dingen,
welche die meisten Fahrer ohne guten Grund machen wollen. Letztendlich
hat man das Moped ja gekauft, weil es einem gefällt.
Für den Fall, dass der Mut zur Minderung des Wiederverkaufswertes nicht fehlt, kann man direkt zu Stufe 2.1 bzw. 3.1 vorrücken.
1.1 StVO
Ein
klassischer Unfall mit geschrotteter Verkleidung ist der beste Einstieg
zu jedem Umbau. Ob man es selbst inszeniert oder ein krankes Motorrad
kauft ist egal. Hauptsache die Arbeit ist sorgfältig gemacht.
Wichtig
für einen gründlichen Schaden ist, dass man sich bei der Fahrweise
nicht von der StVO beeinflussen lässt. Die Empfehlungen (sorry), also
Vorschriften für Geschwindigkeit und generelles Verhalten im
Straßenverkehr sind nicht produktiv, wenn ein ordentlicher Blech- oder
auch Plasteschaden das Ziel ist.
1.2 Bambi und Bäume
Der
alte Klassiker: „Übermut kommt vor dem Fall“ sollte vermieden werden.
Das heißt, man sollte sich das Ziel nicht zu hoch setzen. Unfälle mit
harten Gegenständen wie etwa ausgewachsenen Waldbewohnern oder 100
Jahre alten Eichen führen eher zu einem Totalschaden oder dem Tot des
Fahrers und Flock kann keinen von diesen beiden Schäden zur
Zufriedenheit beheben.
1.3 Seitenständer und Kreisverkehr:
Optimal
ist ein Unfall aus der „Du Penner“ Kategorie wie: „Ich hätte schwören
können, dass der Seitenständer unten war“, oder: „Sicher bist du
schuld, du voll Idiot, - rechts hat Vorfahrt gilt nicht für einen
Kreisverkehr!“
Diese Arten von Unfällen verursachen leichte Schäden und dienen als gute Basis.
1.4 Fluchen:
Egal
wie man den Schaden bekommt, sollte direkt nach dem Unfall heftig
geflucht werden. Dieser Vorgang reduziert die Aggressionen und ist
psychologisch begründet, weil es die Trauerzeit um das einstmals schöne
Motorrad verkürzt. Komischerweise sehen die Jungs und Mädels in grün
gerade diesen zweiten Punkt leider nicht als wissenschaftlich bewiesene
Ausrede, wenn man ihnen die Meinung sagt.
Ein Unfall, bei dem man selbst nicht der Schuldige ist, ist geradezu Balsam für die Seele.
2 Reparatur
O.k., das Motorrad ist hin, - oder auch nicht - ist egal, jetzt wird es ernst!
2.1 Aufkleber:
Wenn
man um die Aufkleber herum flocken will, viel Spaß mit dem Abkleben und
vorsichtigen Schleifen. Sonst müssen die ab. Hier hilft nur eine
Heissluftpistole, mehrere mit Lösungsmittel getränkte Lappen und viel
Geduld. Vorsichtig sollte man sowohl mit der Hitze als auch mit dem
Lösungsmittel sein. Zu starke Hitze und/oder das falsche Lösungsmittel
können den Kunststoff verformen oder angreifen.
Die meisten
Verkleidungen sind aus ABS und das ist empfindlich bei Temperaturen
über grob 120°C und gegen Azeton, oder war es Reinigungs-Benzin? -
keine Ahnung mehr! Am besten testet man es an einer unauffälligen
Stelle oder am Motorrad von jemand anders.
Vinyls (die großflächigen Aufkleber) kommen oft in kaltem Zustand besser runter.
2.2 Kunststoffschweissen einfach gemacht:
Wenn
die Verkleidung nur noch ein Haufen aus Trümmerteilen ist, braucht man
Ersatzteile. Die kann man bei Ebay ersteigern, wobei meistens nur ein
mickriger (10%) Nachlass auf den Neuteilepreis rauszuholen ist (viel
wird von Händlern gekauft um sie weiter zu verkaufen), oder man sucht
GFK Nachbauteile.
Wenn die Verkleidung nur Risse oder relativ
saubere Brüche hat, kann man es mit Hilfe eines Lötkolbens und
Kleinteilen aus dem gleichen Kunststoff (Teile aus dem Trümmerhaufen),
wieder zusammenschweißen.
Einfach den Lötkolben quer über den Riss
ziehen, um ein Reißverschluss ähnliches Muster zu erreichen und danach
die Löcher und Dellen mit geschmolzenem Kunststoff füllen. Mit ABS geht
es ganz leicht, mit PVC ist es wesentlich schwieriger.
2.3 Tank
Wenn
man eine Delle im Tank hat, kann man es mit Spezialwerkzeugen
rauspopeln oder mit einem angeschweißten Nagel herausziehen. Einfacher
ist es aber, die Delle zuzuspachteln. Solange die Delle nicht allzu
tief ist und 2 Kilo Spachtel schluckt, ist es nicht weiter tragisch.
Damit beide Seiten des Tanks annähend gleich aussehen, sollte man
Schablonen von der gesunden Seite nehmen und bei jeder Schicht Spachtel
vergleichen.
Die Aufkleber auf dem Tank sind oft unter einer Klarlackschicht. Um diese zu entfernen, muss der Klarlack abgeschliffen werden.
3 Vorbereitung
Flock
ist nicht so wählerisch wie Lack, daher darf der Untergrund viel rauher
sein und unter Umständen kann die Vorbereitung an manchen Ecken gespart
werden.
3.1 Schleifen, schleifen, schleifen....:
Alle Teile,
die beflockt werden sollen, brauchen am besten eine leicht rauhe
Oberfläche. Es ist nicht unbedingt erforderlich, aber der Klebstoff
hält danach viel besser. Bereiche die später lackiert werden, müssen
fein geschliffen sein.
Wenn der Verkleidung repariert ist, oder wenn
man spachteln musste, braucht man sowieso eine ebene Fläche. Bei zu
flockenden Bereichen kann bei 120er oder 320er Schleifpapier aufgehört
werden, Bereiche, wo lackiert werden, sollten mit einer 600er Körnung
geschliffen werden, sonst muss eine viel dickere Füllschicht darauf.
3.2 Füllern:
Um
alles eben zu bekommen, müssen die geschliffenen Flächen gefüllert und
nochmal geschliffen werden. Für die Lackbereiche dieses Mal mit 1000er
Körnung.
3.3 Farbe:
Eine Schicht Untergrundfarbe hilft, später Glanzstellen oder ein Durchscheinen der alten Farben zu vermeiden.
4 Design
Die
große Vision kann jetzt verwirklicht werden. Hör nicht auf Freunde, die
sagen: „Es würde geil aussehen wenn....“, die werden so was nie selbst
machen (große Klappe, kleine Eier!).
4.1 Lackierung:
Wo
gewünscht, Lack drauf (Wer mehr wissen will, sollte nachfragen. Diese
Stufe ist eine Wissenschaft für sich und wenn hier alles erklärt würde,
wäre diese Anleitung noch länger).
4.2 Maskieren:
Design und
Farben stehen frei zur Wahl, aber denk daran, dass für den Flockkleber
der Rand von jedem maskierten Bereich wieder rauh geschliffen werden
muss.
5 Beflockung
Nun zur wesentlichen Stufe - und auch der kürzesten. Puschel: wie im richtigen Leben
5.1 Vorbereitung:
Weil der Flock zwischen 0,5 und 3mm aufträgt, sollten alle Bereiche an denen Teile passgenau sitzen müssen, abgeklebt werden.
Jedes
zu flockende Teil braucht irgendwo eine Stelle, um die Kontaktklammer
der Flockpistole anzusetzen. Dies ist am Besten am Rand und möglichst
mittig auf der Fläche zu positionieren. Dies kann an einem abgeklebten
Rand oder an einer Lasche aus Klebeband sein. Große Teile wie Kanzel
oder Heckverkleidung, wo keine nicht zu flockenden Auflageflächen
gegeben sind, können auf Böcke geschraubt werden.
5.2 Flockauswahl:
Es
gibt eine Unmenge verschiedener Flocke für jede Anwendung. Leider ist
die Farbauswahl auf etwa 30 Standardfarben begrenzt.
Sonderanfertigungen kann man getrost vergessen, - die (Mindest-)
Abnahmemengen sind gigantisch.
Die Farben können gemischt werden -
mit unterschiedlich erflockreichem Ergebnis. Und der Flock selbst ist
in unterschiedlichen Längen von 0.5 bis 3mm lieferbar.
Am Besten lässt man sich von einem Flocklieferanten beraten.
5.3 Kleber:
Es
gibt unterschiedliche Sorten in unterschiedlichen Preisklassen. Man
sollte aber auf jeden Fall einen Zweikomponenten Kleber mit Pigment
nehmen und keinen Wasserbasis Kleber. Das Zeug ist zwar billig, hält
aber einfach nicht. Das Pigment hilft Glanzstellen von dem Kleber zu
vermeiden.
Der Kleber selbst ist elektrisch leitend und beim
Auftragen sollte man darauf achten, dass die Kontaktklammer der
Flockpistole auch gut besprüht wird.
Wenn man sehr mutig ist, könnte
man jetzt versuchen, die maskierten Bereiche des Designs abzuziehen,
allerdings ist das Risiko, dass der Kleberrand versaut wird, sehr hoch.
5.4 Flockvorgang:
Für
das Flocken braucht man eine Flockpistole. Leider kosten die viel Geld,
also versucht man am Besten, eine auszuleihen. Wenn man dem
Flock-Hersteller erklärt, dass man ein Motorrad beflocken will, werden
sie einen für verrückt erklären und vermutlich eine ausleihen, nur um
einen loszukriegen.
Eine Schutzmaske schadet auch nicht, es sei denn, es stört einen nicht, tagelang Flock aus der Nase zu popeln.
Wenn
man losflocken will, wird die Flockpistole mit Flock befüllt, der
Kontakt wird an der Kontaktklammer angeklipst und der Strom
eingeschaltet. Vorsicht bei großen Flockapparaten! Die Spannung am Ende
der Flockpistole ist ziemlich hoch und mehr als einmal wird man sicher
nicht hinfassen.
Der Flock wird einfach durch das Sieb auf das zu
flockende Teil geschüttelt und mit der Hochspannung richten sich die
Flockfasern aus.
Um den Flock so dicht wie möglich aufzutragen, wird
das Werkstück geschüttelt und geklopft und weiterer Flock aufgetragen.
Bei Hohlräumen sollte man diesen Gang nicht sparen, weil die Spannung
dort niedriger ist. Der Flock deckt die Fläche einfach ab und
verhindert, dass weiterer Flock an den Kleber kommt.
Es kann gut
sein, dass dieses Abklopfen mehrmals gemacht werden muss, um eine
gleichmäßige Deckung hin zu bekommen. Man hat aber einiges an Zeit,
der Kleber ist sehr lange bearbeitbar.
5.5 Warten:
Hol
einen Kaffee oder schenk der Freundin ein bisschen Zeit. Aber egal wie
verlockend es ist, fass die fertigen Teile für die nächsten 72 Stunden
nicht an. Das ist wichtig Ernst, nicht 42 und ein paar, sondern 72
Stunden, sonst ist der ganze Flockgang für den Arsch. Der Kleber
braucht eine lange Zeit, um auszuhärten.
5.6 Montage:
Losen Flock sollte man mit Druckluft abblasen. Und wenn man sie findet, kann man die Maskierungen entfernen.
Montieren, fertig ist`s.
6 Nachbearbeitung
Konnte man doch nicht 72 Stunden warten oder wieder den Seitenständer vergessen? Kein Problem.
6.1 Abbrennen und GFK-Teile:
man
könnte rein hypothetisch Flock und Kleber wieder abschleifen, aber es
ist einfacher, den Flock mit einer Heissluftpistole zu schmelzen und
direkt darüber zu flocken.
Vorsicht ist angesagt bei Nach- oder
Eigenbauteilen aus GFK. Der Flock braucht hohe Temperaturen, um zu
schmelzen und GFK-Teile ertragen Hitze gar nicht gut.
8 Kosten
Flock
kostet zwischen 5 und 20€/Kg. Wenn es glatt läuft, braucht man nur ca.
0.5 kg insgesamt, aber solche kleinen Mengen kriegt man, wenn überhaupt
nur als Muster.
Kleber kostet ca. 25€/l. Mehr als 1,5l sollte man nicht brauchen.
Insgesamt mit allem drum und dran außer den Teilen wird es 50-100€ kosten (günstig gell?).
9 Fragen zur Vorbereitung:
Die drei häufigsten Fragen sind:
9.1 Wie ist es mit Dreck?
Kein
Problem, das Zeug kann man waschen wie alles Andere. Aber wenn schon
die erste geplatzte Mücke auf der Gebetsmühle die Optik stört, sollte
man sich lieber eine Harley kaufen und die Zeit mit Polieren statt mit
Fahren verbringen.
9.2 Was ist mit Regen?
Mit dem richtigen
Flock ist es kein Problem, es perlt einfach ab. Bei nicht so gutem
Flock ist es auch nicht so schlimm, es wird trotzdem schneller trocken
als die Lederklamotten.
9.3 Was kann man alles beflocken?
Wenn es sich nicht bewegt, wird es beflockt - und wenn es sich bewegt.... auch!